Quelle: Rheinpfalz Sebastian Funda

Kaiserslautern. Nach einer wilden Achterbahnfahrt der Gefühle und einer heißen Hitzeschlacht mit vielen Fehlern auf beiden Seiten sicherten sich die Footballer der Kaiserslautern Pikes im dritten Saisonspiel vor heimischer Kulisse einen 17:14 (5:0, 0:8, 6:0, 6:6)-Erfolg gegen die Frankfurt Pirates. Der Touchdown zum Sieg gelang Aaron Blackmon Sekunden vor dem Abpfiff, nachdem der Quarterback mit einem spektakulären Wurf die Karten neu gemischt hatte.
Die Pikes kamen gut in die Partie und setzten gleich im ersten Angriff der Frankfurter ein Ausrufezeichen mit einem Fumble, verloren selbst das Ei jedoch nach 20 Yards an der Zwei-Yard-Linie der Pirates. Diese konnten sich im darauffolgenden Angriff nicht aus der Schlinge der Kaiserslauterer Defense lösen: Bereits beim ersten Down roch es nach einem Safety, doch hatten die Schiedsrichter hier noch etwas dagegen, ehe im dritten Down Antoine Coleman Quarterback Randy Powoll in der Endzone der Piraten niederriss.Die Pikes führten mit 2:0 und legten bereits im nächsten Angriffszug nach: Mit Laufspielen von Quarterback Aaron Blackmon, Timo Schlimmer und Dennis Folz kamen die Hechte schnell von der eigenen 30-Yards-Linie 40 Yards nach vorne, wo jedoch Endstation war. So musste Kicker Sascha Schick auf den Platz und schoss das Spielgerät durch die Torstangen zum 5:0. Das erste Viertel endete dann mit einer Interception von Pikes-Akteur Jan Ruelius an der 30-Yards-Linie der Piraten, wo erneut im vierten Versuch Schick auf den Platz kommen musste, dessen Schuss jedoch knapp vor den Torstangen verhungerte und die Kaiserslautern Pikes damit ihre Führung nicht auf 8:0 ausbauen konnten.

Im zweiten Viertel offenbarte die Offense der Hausherren einmal mehr, dass hier noch hart gearbeitet werden muss: Nach einem Fumble im ersten Versuch und einem schlechten Punt konnte auch die Defense der Pikes die vielen Fehler der Teamkollegen nicht mehr ausbügeln und verfiel in der Hitzeschlacht selbst kurzzeitig in Tiefschlaf, als Cort Ian Baestlein ungehindert über die rechte Seite in die Endzone einmarschieren konnte. Die anschließende Two-Point-Conversion glückte den Frankfurtern dann ebenso ohne große Gegenwehr, sodass die Pikes 5:8 zurücklagen.

In Hälfte zwei gehörte den Pikes der erste Spielzug, der sie durch die wendigen Running Backs Schlimmer und Folz kontinuierlich bis in die Endzone brachte – dies war der einzige Angriff der Hausherren, der in dieser Partie von Anfang bis Ende passte und Dennis Folz mit dem Touchdown sowie dem 11:8 krönte. Im Anschluss fand ein stetiger Wechsel der Mannschaftsteile statt: Offensiv gelang den Pikes gar nichts mehr, während die Defensive mit starken Quarterback-Sacks mehr Raumgewinn erzielte als die Teamkollegen.

Im letzten Viertel blieb die Pikes-Defense jedoch auch nicht ohne Fehler, als Pirates-Quarterback Taquan West mehrmals allen enteilte und den zweiten Touchdown für die Gäste markierte. Die Partie schien entschieden. Die anschließende Two-Point-Conversion wurde jedoch vereitelt, ehe es in die letzten Sekunden der Partie ging: Mit letzter Hoffnung feuerte Pikes-Quarterback Blackmon das Ei 35 Yards nach vorne, wo Michaeli Dustin Zentimeter vor der Endzone spektakulär das Spielgerät aus dem Himmel pflückte. Die Sekunden zuvor noch deprimierte Zuschauerkulisse bebte und feuerte Blackmon an, der gleich im ersten Versuch über die Linie der Endzone kam – Touchdown. 17:14 für die Pikes. Und kurz darauf der Abpfiff und tosender Applaus sowie grenzenlose Freude über den ersten Saisonsieg.

„Aaron Blackmon kam kurz vor dem Spielzug zu mir und fragte mich, was er nun machen sollte“, schilderte Ersatz-Head-Coach Justin Seals die Geschehnisse vor dem emotionalen Feuerwerk. „Ich sagte ihm, er solle an sich glauben und das machen, was er jetzt für richtig hält und was er sich zutraut“, berichtete später Justin Seals, der mit seinen Emotionen kämpfen musste und dem die Worte nach dieser Achterbahn der Gefühle fehlten.

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