Quelle: Rheinpfalz: Sebastian Funda

Auf dem Sportgelände des Schulzentrums Süd fliegt am Samstag (15.30 Uhr) wieder das rote Ei durch die Luft und die hohen Torstangen. Die Footballer der Kaiserslautern Pikes empfangen da zum Saisonauftakt der Regionalliga Mitte die Mainzer Golden Eagles. Das neue Trainergespann der Pikes hat als Saisonziel vorgegeben, möglichst schnell die Punkte für den Klassenverbleib zu holen und dann oben anzugreifen.
Aus dem Meisterschafts-Trainerteam von 2016 ist lediglich Oscar Loveless geblieben, der vom Offensive Coordinator zum Headcoach aufstieg. Seinen alten Job übernahm Jerry Walley, der zudem das Konditions- und Krafttraining der Pikes seit dem Winter mittwochs leitet. Komplettiert wird das Gespann von Defensive Coordinator Justin Seals und einigen, bei den Pikes nicht unbekannten Gesichtern: Fabian Walter, der von den nicht mehr existierenden Kaiserslautern Spartans zurückkehrte und als Defense Line-Coach agiert, und Christoph Korell, der in der letzten Saison noch als Offensive Tackle, also Beschützer des Quarterbacks, auf dem Spielfeld stand und nun die Offensive Line coacht.Loveless hatte sich für die Wintervorbereitung vorgenommen, sein Team an die Leistungsgrenze zu bringen. Dabei mussten er und sein Team mit einem unerwarteten Problem fertig werden, mit der Insolvenz des ESC West Kaiserslautern, auf dessen Sportgelände sie trainierten. „Wir standen abends auf dem Platz, als auf einmal das Licht ausging und es zappenduster war“, schildert Walter die Auswirkungen auf das Training. „Bei der Finsternis war es unmöglich und zu gefährlich, das Training fortzusetzen. Zudem war das Wasser in den Kabinen abgestellt.“ So musste das Team seine beiden Abendeinheiten auf die Samstage verlegen. In zwei größeren Einheiten sei dann samstags am Stück trainiert worden. Da das aber „eine unglaublich kräftezehrende Belastung“ gewesen sei, habe man die Intensität der Trainingseinheiten zurückgefahren.

Doch Walter sah auch einen Vorteil in der großen Tageseinheit: „Dies gab uns die Möglichkeit, technische Sachen und Spielzüge besser einzustudieren. Sonst trainiert man vielleicht eine Stunde ein paar Laufrouten, geht dann nach Hause, kommt zwei Tage später wieder und hat wieder einiges vergessen oder muss sich erst wieder hineinfinden. So konnte man konzentriert am Stück arbeiten, bis die Variante saß.“ Dennoch suchten die Verantwortlichen händeringend nach einer anderen Trainingsstätte. „Wie es dann so oft bei uns ist, bekam unser Problem irgendwer über fünf Ecken mit. Und jetzt stehen wir hier!“ Mit „hier“ meint Walter das Sportgeländer der Eintracht Kaiserslautern, wo die Pikes seit wenigen Wochen nun dienstags und donnerstags abends trainieren und „an den letzten Feinabstimmungen und Passrouten für das erste Saisonspiel“ arbeiten.

Nicht nur an der Seitenlinie hat sich viel getan, auch auf dem Platz wurde das Team einmal kräftig durchgemischt. Dadurch ist die Defense derzeit etwas unterbesetzt. „Hier haben wir keine Auswechselspieler, sodass wir aus der Offense noch Spieler einsetzen müssen und ich wohl auch noch einmal das Trikot überstreifen werde“, sagt der D-Line-Coach und hofft hier auf möglichst wenige Verletzungen. Statt der üblichen 40 bis 50 Spieler im gesamten Team stehen den Pikes zurzeit lediglich rund 35 Akteure zur Verfügung. In der Offense kann Walley dafür aber auf drei athletische Neulinge bauen, die bereits in den ersten Trainingseinheiten überzeugten.

Während sich die Defense Coachs bei den Saisonzielen eher noch bedeckt halten und von Spiel zu Spiel schauen, hat der Headcoach Loveless ein klares Ziel vor Auge: „Ich will, dass das Team erkennt, wie gut es wirklich ist, und will es in die nächsthöhere Liga führen“, was in diesem Fall die zweite deutsche Liga (GFL 2) bedeuten würde.

DER KADER

Offense
Quarterback: Aaron Blackmon - Wide Receiver: Dominic Wyatt, Yannick Rick, Marco Jünger, Patrick Gödtel, Dustin Michaeli - Running Back: Rashaun Donald, Timo Schlimmer, Dennis Folz, Marcus Eberendu - Tight End: Maurice Didier, Sven Müller, Christopher Kühnle - O-Line: Sören Kugel, Erik Heieck, Fabian Weintz, Jann Heieck, Marius Wendel, Raymond Ortis, Marcel Höschele


Defense
Linebacker: Dominik Pommerening, Timo Schlimmer, Hendrik Münz, Antoine Coleman, Matthias Wolf, Nico Wohlwend, Jan Ruelius - Defensive Back: Dustin Manera, Sascha Schick, Hoyt Patterson, Dominik Folz - Defensive End: Thomas Schmitt - D-Line: Daniel Schneider, Brian Anderson.